Hubertussee Frohnau - Herthamoor Bergfelde
Sicher ist Berlin für so manche schöne Ecke bekannt, aber die Idylle des Hubertussees ist kaum zu überbieten. Der etwa 1,4 ha große See liegt in Frohnau und ist damit der nördlichste aller Berliner Seen. Wer hier Touristenrummel oder wenigstens ein paar gut gehende Restaurants erwartet, wird enttäuscht. Doch es braucht nur wenige Schritte in dieser unbewirtschafteten Landschaft ? der Kiefernwald wird nicht aufgeforstet ?, um die Annehmlichkeiten zu erleben.
Typisch für Berlin ist allerdings die hautnah zu spürende Geschichte. Der künstlich angelegte See sollte 1910 Mittelpunkt der Gartenstadt Frohnau werden. Die Siedlungsstraßen, die zugleich die Anfahrt zum See ermöglichen, waren bereits angelegt. Doch der Erste Weltkrieg beendete abrupt die Besiedlung. Die Baumaßnahmen wurden auch nicht wieder aufgenommen. Bei Ausbauarbeiten in Frohnau wird heute der Aushub des Sees genutzt. Die Fürst-Donnersmarck-Stiftung verpachtet als Eigentümer des Gebiets die Wasserfläche an die Angelgemeinschaft Hubertussee. Von diesen Aktivitäten bekommen die vielen angelockten Ausflügler ? etwa beim Anblick der 500 Jahre alten Eiche ? wenig mit.
Ein weiterer Hauch der Geschichte umgibt den angrenzenden Ort Bergfelde, der zu Hohen Neuendorf im Landkreis Oberhavel im Bundesland Brandenburg gehört. Bergfelde wurde bereits Mitte des 14. Jahrhunderts als Beerckfeldt (ursprünglich Birkenfeld, die Birke ist heute auch im Bergfelder Gemeindewappen zu sehen) erwähnt und trug lange Zeit auch den Namen Bergholz. Die Teilung Deutschlands als Folge des Zweiten Weltkrieges sorgte für eine neue Verkehrsanbindung mittels S-Bahnanschluss (1962). Erst 1993 wurde Bergfelde nach Hohen Neuendorf eingemeindet.
Mit dem Abriss der Berliner Mauer beginnt ab 1990 auch die Wiederherstellung des Herthamoores und des Treuegrabens als Landschaftsschutzgebiet. Hier macht sich seit vielen Jahren vor allem die Deutsche Waldjugend verdient, indem sie alljährlich Wiederaufforstungsaktionen betreibt. Ein ehemaliger Grenzturm dient den Akteuren als Stützpunkt (Naturschutzturm). Entstanden ist seit der Wiedervereinigung unter anderem der Berliner Mauerweg, der heute als Rad- und Wanderweg weitgehend die ehemalige Grenze Westberlins aufzeigt.
Viele Steine und Steinchen der Berliner Mauer haben den Weg in die große weite Welt genommen und in manchen fernen Ländern ist mehr davon zu besichtigen als in Berlin. Auf den Standort dieses Sinnbilds des kalten Krieges verweisen heute vielerorts in der Berliner Innenstadt Schilder, die in einer Doppelreihe Kopfsteinpflaster eingelassen sind. Der Berliner Mauerweg ist rund 160 km lang und berührt eine Vielzahl der bekannten Sehenswürdigkeiten: Das Brandenburger Tor, den Potsdamer Platz, die Filmberühmtheit Sonnenallee, den Spionagetunnel in Rudow, zahlreiche Gedenksteine, Wannsee und Schloss Babelsberg, womit nur einige der POIs (Points of Interest) aufgelistet sind.




