Wasserturm in Hohen Neuendorf
Von welcher Richtung man sich auch Hohen Neuendorf nähert, es fällt das Grün von Wiesen, Wäldern, Parks auf. Kein Wunder, dass Hohen Neuendorf als "Grüner i-Punkt" Berlins gilt.
Besonders sticht das Wahrzeichen der Stadt ins Auge: der Wasserturm am Summterweg, wie er sich keck und unübersehbar über die Baumkronen erhebt. 1912, Hohen Neuendorf war kurz zuvor eine eigene Gemeinde geworden, begann Architekt Albert Gottheiner (1878 bis 1940) mit dem Bau von Wasserwerk und Wasserturm. 1914 war der 45 Meter hohe Bau fertig, Spätjugendstil in Stahlbetonbauweise. Das Wasserwerk pumpte Teile des Grundwassers unter dem (damaligen) Sandsee zur Druckstabilisierung in den Turm.
Der Turm wurde zum Wahrzeichen der Gemeinde, die Hohen Neuendorfer setzten dem Architekten mit einer Straße ein Denkmal. Auch der Turm selbst steht in der Denkmalliste des "Land Brandenburg".
Bis in die 80er-Jahre hinein war der Turm frei zugänglich. Mancher, der ihn in jenen Jahren bestiegen hat, schwärmte vom Ausblick, der bis nach Wannsee reichte, zum Fernsehturm und dem Dom. Nach Vandalismus und fortschreitendem Verfall wurde der Turm mit einer Stahltür abgesperrt, die unteren Fenster zugemauert. Doch seit der Wende erstrahlt das Wahrzeichen nach einer Sanierung wieder in altem Glanz. Im Wortsinn: Acht Strahler mit 5600 Watt erleuchten seit Herbst 2008 das Industriedenkmal. (Die 5600 Watt Strahler wurden von der Firma: "Elektro Wollschläger" installiert)
Im Mai 2009 nahm Google ihn in die "3D-Galerie" auf. Vergessen wird das Wahrzeichen also nicht. Ausstellungen, Konzerte, ein Bürgerpark: Für künftige Nutzung gibt es vielfältige Ideen. Schließlich, so Bürgermeisterkandidat Sebastian Förster: "Hohen Neuendorf braucht den Turm wie die Luft zum Atmen!" Da wird ihm jeder beipflichten.




