Touristeninfo: Stolpe

Geschichte von Stolpe

Die Geschichte des zu Hohen Neuendorf gehörenen Stadtteils Stolpe hat seine Wurzeln im 14. Jahrhundert. Im Jahr 1355 wurde das Dorf unter dem Namen Stolpe an der Havel erstmals urkundlich erwähnt. Der Name Stolpe stammte von dem altslawischen Wort "stulpu", was soviel wie Ständer oder Säule im Fluss bedeutete. Von etwa 1350 bis zum 30jährigen Krieg (1618-1648) gehörte das Dörfchen Stolpe zum Rittergutbesitz der Adelsfamilie von Hoppenrade. Während des verheerenden 30jährigen Krieges wurden die Hoppenrades jedoch vollständig ausgelöscht. Nachdem der große Krieg 1648 durch den Westfälischen Frieden beendet wurde, fiel Stolpe an den brandenburgischen Großen Kurfürsten, der das Landgut im Jahr 1654 seiner Gattin Luise Henriette von Oranien zum Geschenk machte. Diese trug entscheidend dazu bei, dass es mit der vom Krieg gebeutelten Wirtschaft wieder aufwärts ging, indem sie ein Brauhaus und eine Meierei erbauen ließ.
Im Laufe der Jahre wechselte Stolpe mehrmals den Besitzer. 1759 wurde das Gut von Friedrich Wilhelm von Pannwitz erworben. Von Pannwitz errichtete in Stolpe eine Ziegelei, einen Teerofen, eine Rassetierzucht und ließ Kartoffeln anbauen, wodurch Stolpe zu einem Vorzeigebetrieb wurde. Während der Napoleonischen Kriege diente das Rittergut Kaiser Napoleon I. 1806 als Quartier während der Belagerung der Festung Spandau.

1825 fiel Stolpe durch Erbschaft an die Adelsfamilie von Veltheim. Als fünfzig Jahre später die Preußische Nordbahn-Eisenbahnlinie erbaut wurde, erhielt Stolpe eine Haltestation, die jedoch über zwei Kilometer vom Dorf entfernt lag, was schließlich zum Ausbau von Hohen Neuendorf beitrug.

1907 kaufte die Berliner Terrainzentrale von Stolpe ein großes Waldstück, auf dem in den folgenden Jahren die Siedlung Berlin-Frohnau errichtet wurde. 1910 folgte der Bau des Wasserwerks Stolpe, das noch heute zur Wasserversorgung einiger Berliner Stadtteile beiträgt. Nach dem 1. Weltkrieg wurden weitere zwanzig Hektar Waldgebiet besiedelt, auf denen das spätere Stolpe-Süd entstand. 1920 wurde Stolpe durch die Bildung Groß-Berlins zu einer Randgemeinde der deutschen Hauptstadt. Als im Jahr 1937 die Familie von Veltheim Stolpe an Berlin verkaufte, bewirtschaftete dieses es als Stadtgut.

Während des 2. Weltkrieges überstand Stolpe die Luftangriffe und Kämpfe im April 1945 nahezu unbeschadet. Zunächst wurde Stolpe Teil des französischen Sektors, kam jedoch 1948 durch einen Gebietsaustausch zur sowjetischen Besatzungszone und wurde somit schließlich Teil der DDR. Während des Kalten Krieges gehörte Stolpe zum Grenzgebiet, dessen Zugang für die Bevölkerung gesperrt wurde. Nach der Wiedervereinigung wurde das malerische Angerdorf wieder zu einem beliebten Ausflugsziel. In den 90er Jahren entstanden ein neues Wohngebiet sowie zwei Golfplätze. 2003 folgte durch die Gemeindegebietsreform die Eingemeindung in die Stadt Hohen Neuendorf.

Historische Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten Stolpes gehören einige Kulturdenkmäler wie die im 13. Jahrhundert erbaute Dorfkirche Stolpe, deren Kirchturm 1822 errichtet wurde, die Gutsanlage mit dem Herrenhaus, das Kriegerdenkmal an die Gefallenen des 1. Weltkrieges sowie das Grabkreuz, das an den 1849 erschossenen Förster Sigismund Oertel erinnert.

Stand: 06/2009